Von wegen brotlose Kunst!

buecher

Ich habe Kulturwissenschaften mit dem Schwerpunkt Literatur studiert. Jeder, der ein geisteswissenschaftliches Studium absolviert, kennt das: sobald man in einem Gespräch sein Studienfach erwähnt, folgt unweigerlich die Frage: „Und was willst du damit später einmal beruflich machen? Kann man damit überhaupt Geld verdienen?“

Natürlich sollte einem Geisteswissenschaftler von vornherein klar sein, dass sein Studium keine Berufsausbildung darstellt. Anders ist das etwa bei den Betriebswirten oder den Ingenieuren. Aber auch als Geisteswissenschaftler muss man nicht zwangsläufig als Taxifahrer enden.

Was macht aber jetzt einen Kulturwissenschaftler zu einem guten Texter?

Als Geisteswissenschaftler ist man es gewohnt, unterschiedliche Fächer zu kombinieren und deren Inhalte aufeinander zu beziehen. Bei mir waren das zum Beispiel Fächer wie eben die Literaturwissenschaft, Geschichte, Soziologie und interkulturelle Studien. Diese Interdisziplinarität ermöglicht mir, mich schnell in neue Themen einzuarbeiten und sie mit anderen Fragestellungen zu kombinieren. Darüber hinaus ist der Nutzen für das eigene Schreiben, Redigieren und Lektorieren sehr hoch. Die nötigen Skills zum Texter erlangt man gewiss nicht durch Ratgeberbücher oder fragwürdige Texterseminare. Vielmehr ist es wichtig, die Sinne zu schärfen, um auch einmal hinter die vordergründigen Gegebenheiten schauen und Zusammenhänge herstellen zu können. Und natürlich die Sprache. Aber was kann da ein besseres Training sein als das ständige Lesen, Analysieren und „Zerpflücken“ von Texten?