“Eine sinnstiftende Marke ist in erster Linie authentisch”

Interview zu sinnstiftenden Marken mit Andrea Amerland von springerprofessional.

Cover_MarkenalsSinnstifter“Marken sollten unverwechselbar sein und sich gut verkaufen lassen. Warum Marken auch Sinn stiften, erklärt Springer-Autor Sandro Abbate im Interview.”

Marken, die Sinn stiften: Das klingt nach einer idealistischen-schönen Welt. Was macht eine sinnstiftende Marke aus bzw. wie und wodurch können Marken und Produkte für Konsumenten Sinn stiften?

Das stimmt, es klingt ein wenig danach. Vielleicht ist es sogar ein Schritt hin zu einer humaneren Wirtschaft, wenn wir damit beginnen, uns nach dem Profit auch nach übergeordneten Zielen von Unternehmen zu fragen und unsere Werte bewusst zu machen. Denn genau darum geht es bei einer sinnstiftenden Marke. Weiterlesen

Wie glaubwürdig ist die Marke Kirche?

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Das Sinnstiftermag ist ein

– Magazin, das zweimal im Jahr über Kirche und Kommunikation reflektiert
– Projekt im Schnittbereich kirchlicher Öffentlichkeitsarbeit und werblicher Kommunikation
– Radar zur Ortung interessanter Themen und Menschen im kirchlich-medialen Umfeld

Für die aktuelle Ausgabe wurde ich um ein Statement zur Glaubwürdigkeit der Marke Kirche gebeten:

„Herr Abbate, Sie sind Marketingexperte, in Ihrem Buch „Marken als Sinnstifter“ schreiben Sie, wie wichtig der gesellschaftliche Zusatznutzen einer Marke / eines Produkts / eines Unternehmens ist. Wie glaubwürdig ist die Marke „Kirche“, wenn es um Unternehmens­kommunikation geht? Wie beurteilen Sie die Verständlich­keit der Sprache von Kirchen und Kirchenvertreter?“

Glaubwürdigkeit setzt vor allem drei Dinge voraus: Ehrlichkeit, Authentizität und in den heutigen Zeiten von Internet und Social Media mehr denn je die Bereitschaft zu offenem Dialog. Das gilt sowohl für Wirtschaftsunternehmen als auch für Organisationen und Glaubensgemeinschaften wie die Kirche. Das gesamte Statement lesen

Warum man seinen Kunden zuhören sollte

“Die Märkte möchten sich nicht mit Phrasendreschern unterhalten. Sie möchten an Gesprächen teilnehmen, die sich hinter den Firewalls der Unternehmen abspielen.” (Cluetrain Manifest / These 62)

look-at-me_brandEs wird im Marketing viel von Targeting, Zielgruppen, Reichweite und Werbedruck gesprochen. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man meinen hier würden militärische Strategien entwickelt. „Warum man seinen Kunden zuhören sollte“ weiterlesen

Sobald wir wissen, was uns bewegt, bewegen wir uns auch

Catharina Bruns

Catharina Bruns ist Gestalterin und leidenschaftliche Unternehmerin. Sie ist die Gründerin von workisnotajob. und Co-Gründerin von supercraft, Lemon Books und superwork.

Die Idee zu »workisnotajob.« entstand aus dem Wunsch heraus, sich einen eigenen Arbeits- und Lebensstil zu schaffen – jenseits von Jobs und Fremdbestimmung. Um diese persönliche Haltung zur Arbeit und einem neuen Unternehmerum geht es auch in dem von Catharina geschriebenen und illustrierten Buch, “work is not a job”,  erschienen am 10. September 2013 im Campus Verlag. „Sobald wir wissen, was uns bewegt, bewegen wir uns auch“ weiterlesen

Alles nur Konsum. Ein Lesetipp.

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Mit „Alles nur Konsum“ hat der Kulturwissenschaftler Wolfgang Ullrich ein unterhaltsames Buch zur herrschenden Konsumkultur geschrieben. Das Buch ist  vor kurzem im Berliner Wagenbach Verlag erschienen.

Duschgel, das neben der Körperpflege eine psychotherapeutische Funktion bietet? Nein, das gibt es natürlich nicht. Aber dass Produkte emotional mit Werten und Eigenschaften aufgeladen werden, die über den reinen Gebrauchswert hinausgehen, ist offensichtlich. So empfindet der Konsument Duschgel als Stress abbauend und entspannend.

In seinem neuen Buch richtet Ullrich sich gegen die herkömmliche Konsumkritik angefangen bei Haug über Bolz bis hin zur moderneren Form von Naomi Klein und widerspricht der grundsätzlichen Verdammung des Konsums. Ullrich sieht Waren als Zeichensysteme. Konsumgüter seien Medien, die Botschaften transportieren und im Endeffekt gelesen werden wie ein Buch. Konsum als Kulturtechnik. Jedes Produkt hat neben dem Gebrauchswert einen Fiktionswert. Je mehr der Konsument lernt mit dieser das Produkt begleitende Fantasie umzugehen, desto besser kann er eine Kennerschaft wie etwa in der Kunst entwickeln.

Der im Untertitel stehende Begriff der warenästhetischen Erziehung ist zweifach zu verstehen. Einerseits steht sie für eine Entwicklung zu mehr Souveränität im Zusammenhang mit der Konsumkultur. Andererseits aber beschreibt der Begriff auch die Erziehung des Konsumenten durch die Waren selbst. Produkte liefern Identifikationspotenziale, Codes für den Umgang in sozialen Gruppen und bieten sogar ökologisch-pädagogische Aspekte. Im Kapitel „Gewissenswohlstand“ setzt sich Ullrich mit Bio- und Fairtradeprodukten auseinander, die vor allem von der Konsumentengruppe der so genannten LOHAS (Lifestyle of Health and Sustainability) gekauft werden. Es sollte hierbei hinterfragt werden, ob der Kauf solcher „guten“ Produkte wirklich das Ergebnis eines gewachsenen Nachhaltigkeitsbewusstseins ist oder ob sich einkommensstarke „Konsumbürger“ hierbei gegenüber sozial schwächeren Discounteinkäufern abgrenzen. Ullrich sieht hier die Nachfolger des Bildungsbürgertums.

„Alles nur Konsum“ ist ein Buch, das unbedarften Konsumenten wie Konsumkritikern neue Perspektiven auf die Konsumkultur ermöglicht. Wie auch immer das Urteil des Lesers ausfällt, er wird nach der Lektüre mit anderen Augen durch die Warenwelt gehen.