3 Fragen an … Julia Dombrowski

– Freiberufliche Texterin aus Siegen –

 

„Ich verstehe Werbung als ein ehrliches Angebot an ausgewählte Zielgruppen, Probleme zu lösen und Bedürfnisse zu stillen, die tatsächlich vorhanden sind.“

 

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Womit verdienst Du Deine Brötchen?

Ich bin selbstständige Texterin. Als Freiberuflerin arbeite ich für Unternehmen verschiedener Größen: Mein größter Kunde ist ein Industriekonzern, der weltweit Niederlassungen hat und dessen deutsche Marketingabteilung ich bei der Unternehmenskommunikation unterstütze. Ich arbeite aber auch für andere Einzelkämpferinnen und Einzelkämpfer. Ich berate und unterstütze bei Social-Media-Aktivitäten, Publikationen wie Websites, Corporate Blogs, Broschüren, Kunden- oder Mitarbeiterzeitschriften, Mailings und Anzeigen.

Warum gerade das? Was treibt Dich dabei an?

Ich habe vor einigen Jahren auf die Startseite meiner eigenen Website sinngemäß geschrieben: Wenn mein einziger Antrieb Geld wäre, dann würde ich mir einen Job suchen, der mich weniger auf Trab hielte. Tatsächlich kann ich auch Jahre später noch sagen, dass ich voll und ganz hinter dieser Aussage stehe. Ich habe ein sehr gutes und nahes Verhältnis zu meinen Kundinnen und Kunden – das gilt auch für große Konzerne, denn ich habe ja immer höchstens zu einer Handvoll Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner Kontakt, auch wenn zu einem Kundenbetrieb mal ein paar Tausend Mitarbeiter gehören. Dieses nahe Verhältnis bedeutet, dass ich nachspüren kann, was die Bedürfnisse meines Gegenübers sind: Was für ein Ziel, welches eigentliche Anliegen verfolgt ein Projekt? Das gemeinsam zu erarbeiten und dann die richtige Strategie und Ansprache für die Zielgruppen zu entwerfen: Das geht weit übers reine Texten im Sinn von „schöne Sätze formen“ hinaus. Und genau da liegt für mich der Reiz des Jobs: Ich sehe mich als Problemfinderin und Lösungssucherin. Und das gieße ich dann mit ziemlicher Hingabe in Texte, die man gerne liest. Akribisch an Sätzen zu feilen, mache ich wirklich leidenschaftlich gern. Das ist der einzige Bereich im Leben, in dem ich wirklich ordentlich bin – meine Küche und mein Schreibtisch sehen anders aus!

Wie machst Du auf Deine Leistung aufmerksam? Braucht die Welt wirklich Werbung und was ist gute Unternehmenskommunikation?

Ich nutze ganz klassisch eine Website, auf der ich meine Leistungen kurz vorstelle. Ich glaube aber nicht, dass ich über diese Seite viele Aufträge akquiriere, so war sie auch nie gedacht: Sie ist eher meine Visitenkarte im Internet, über die man mich ansprechen kann, wenn man schon weiß, dass es meine Leistungen gibt. Die meisten meiner Kundinnen und Kunden kommen über Empfehlungen zu mir.

Zur zweiten Frage: Ja, ich glaube, dass die Welt Werbung braucht – gute und authentische Werbung auf jeden Fall. Ich verstehe Werbung als ein ehrliches Angebot an ausgewählte Zielgruppen, Probleme zu lösen und Bedürfnisse zu stillen, die tatsächlich vorhanden sind. Wenn diese drei Bedingungen nicht erfüllt sind (1. Werbung ist ehrlich und lügt nicht das Blaue vom Himmel, 2. die Zielgruppe ist klar definiert, 3. es werden reale Bedürfnisse erfüllt und keine Bedürfnisse künstlich herbeifabuliert), ist es auch keine gute Werbung. Davon gibt es mehr als genug – und die braucht niemand.

Gute Unternehmenskommunikation vergisst niemals, dass ihr Kommunikationspartner ein Mensch aus Fleisch und Blut ist, gute Unternehmenskommunikation hält ethischen und moralischen Maßstäben stand, und gute Unternehmenskommunikation erschlägt das Gegenüber weder mit Versprechen noch bettelt sie aufdringlich um Aufmerksamkeit. Ich glaube fest daran, dass die Kommunikation eines Unternehmens sich an sämtlichen Maßstäben orientieren sollte, an der sich jede menschliche Kommunikation orientiert.